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Maria baut für und mit Menschen.

An der Mariabergstrasse 21 in Rorschach sollen ab 2023 bezahlbare Wohnungen und Gewerberäume entstehen. In diesem Quartier, das an den historischen Stadtkern grenzt, ist die Architektin Isa Maria Stürm in den 1960er-Jahren aufgewachsen. Sie sagt: «Ich möchte Rorschach mit der Entwicklung des Gebietes an der Mariabergstrasse etwas zurückgeben für die gute Zeit, die wir alle hier erlebt haben.»

Als Architektin mit Arbeitsort Zürich plant Isa Stürm den Neubau an der Nummer 21 und die Renovation der Fassade des klassizistischen Stadthauses an der Nummer 19. Grundeigentümerin ist die Maria baut AG. Diese arbeitet bei der Quartierentwicklung eng mit der Stadt Rorschach und dem Kanton St.Gallen zusammen.

So hat die Maria baut AG in den vergangenen zwei Jahren eine Testplanung für das Gebiet zwischen Mariabergstrasse, Kolumbanskirche, Kirchstrasse und der Eisenbahnlinie erstellt. Für diese Planung wurden Gespräche mit verschiedenen Interessengruppen wie Anwohnerinnen und Anwohner, der Stadtverwaltung und den aktuellen Zwischennutzenden des Projekts «1000m2» geführt.

Isa Stürm stellte Maria baut und das Bauprojekt am Tag der offenen Türen am 22. Juni 2019 vor.

Isa Stürm stellte Maria baut und das Bauprojekt am Tag der offenen Türen am 22. Juni 2019 vor.

Die Mariabergstrasse 21 umfasst ein weitläufiges Gebiet von rund 3'500 Quadratmetern. Hier arbeiteten seit Ende des 19. Jahrhunderts hunderte von Rorschachern in der Metallhandelsfirma Stürm, die stets von Mitgliedern der Familie Stürm geführt wurde. Der Ort hat damit auch eine kollektive Bedeutung für Rorschachs Bewohner. Dieser will die Maria baut AG mit einer hochwertigen Arealüberbauung gerecht werden, die das gleichzeitig städtische und von viel Grünraum geprägte Quartier einbezieht.

Die Mariabergstrasse 21 wird seit 2017 von einer vielseitigen Zwischennutzung belebt: Unter dem Titel «1000m2» sind die Räume günstig vermietet an lokale Kleinstunternehmen, Kulturschaffende, Vereine sowie an ein Bildungsprojekt für Flüchtlinge. Dem früheren Firmengebäude wurde so ein neues Leben geschenkt. Gleichzeitig hat das Projekt «1000m2» ein Kapitel des kreativen Austausches in der Geschichte der Mariabergstrasse 21 eröffnet. Auch der geplante, dreigeschossige Neubau soll von Offenheit, Kreativität und Austausch mit der Umgebung geprägt sein. Er wird in einer ersten Phase Wohnraum für 40 bis 50 Personen sowie Gewerberäume bieten.

Ähnliche gestalterische Aufgaben hat das Architekturbüro Isa Stürm Urs Wolf SA etwa mit der Bebauung des Zürcher Röntgenareals wahrgenommen: Hier wurden 360 Wohnungen in neun Häusern realisiert, die sich auf der einen Seite zum SBB-Gleisfeld hin öffnen und gleichzeitig in ein dicht bebautes Stadtquartier einfügen. Auch mit dem Umbau der Lokremise St.Gallen von der Industriebrache zum Kulturzentrum hat Isa Stürm Urs Wolf SA ein Projekt umgesetzt, bei dem die Ansprüche verschiedenster (Kultur-)Partner in einem Rundbau untergebracht sind. Neben der architektonischen und städtebaulichen Kompetenz greift die Maria baut AG auch operativ auf viel Wissen zurück: Ihr Geschäftsführer ist Daniel Werdenberg, der mit seiner Firma Assurinvest AG unter anderem auf Vorsorgeberatung spezialisiert ist.

Isabelle Maria Stürm

Mit dem Ort ist Isa Stürm gleich dreifach verbunden, als Grundeigentümerin, als Architektin und als hier Aufgewachsene. Die Architektin mit Arbeitsort in Zürich ist in an der Mariabergstrasse 19 aufgewachsen. Ihr Anliegen ist es, mit der Wohnüberbauung einen Beitrag an die Entwicklung des Quartiers zu leisten. Entwickelt wird das Projekt vom Architekturbüro Isa Stürm Urs Wolf SA, Bauherrin ist die lokal verwurzelte Grundeigentümerin Maria baut AG. Zusammen mit Daniel Werdenberg repräsentiert sie die Maria baut AG.


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Daniel Werdenberg

Seit Beginn entwickelt Daniel Werdenberg als Geschäftsführer der Maria baut AG das Bauprojekt mit. Er ist hauptsächlich für den Bereich Finanzen zuständig und nimmt gegenüber den Anspruchsgruppen rund um die Maria baut AG eine vermittelnde Funktion ein. Zudem ist er als Geschäftsführer der Firma Assuinvest AG in Neuhaus tätig.

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Marcus Gossolt

Als Gründer und Inhaber ist er in der Alltag Agentur in St.Gallen als Projektleiter tätig. Marcus Gossolt unterstützte das Projekt 1000m2 sowie Maria baut seit der Idee- und Konzeptionsphase. Isa Stürm ging mit ihrem Anliegen auf Alltag zu: Was vorerst mit einer Anfrage für eine einfache Bautafel begann, wandelte sich zu einem wunderbaren Zwischennutzungsprojekt (1000m2) und später zur Entwicklung eines neuen Namens und Kleids für die Maria baut AG.

alltag.ch

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Gloria Weiss

Als Projektleiterin ist Gloria Weiss in der Alltag Agentur in St.Gallen tätig. Seit Beginn unterstützte sie die Umsetzung und Entwicklung des Zwischennutzungprojekts 1000m2 (Konzeption und Umsetzung Corporate Design inkl. Webseite, Organisation diverser Anlässe, Aufbau Runder Tisch) wie auch der Maria baut AG (Konzeption und Umsetzung des Corporate Design inkl. Webseite sowie weitere Kommunikationsmittel).

alltag.ch

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Frohburgstrasse 20
8732 Neuhaus

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T +41 55 286 33 78
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Maria baut Wohnungen ­an der Mariabergstrasse 21.

An der Mariabergstrasse 21 in Rorschach steht heute ein verwinkeltes, dreiteiliges Gebäude. Auf dessen Areal, das rund 3500 Quadratmeter umfasst, handelte seit Ende des 19. Jahrhunderts die Firma Stürm mit Metallwaren. Heute bieten die ehemaligen Geschäftsräume Platz für lokale Kleinstunternehmen sowie Kultur- und Bildungsprojekte. Nachdem die Mariabergstrasse 21 über viele Jahrzehnte der Arbeitsort hunderter Menschen aus der Region Rorschach war, hat sie mit der seit 2017 laufenden Zwischennutzung einen neuen Zweck erhalten.

Die Mariabergstrasse 21 befindet sich rechts im Bild. Aufnahme von 1963.

Die Mariabergstrasse 21 befindet sich rechts im Bild. Aufnahme von 1963.

Ab 2023 wird in der bewegten Geschichte dieses Orts das nächste Kapitel eröffnet: Dann ist der Baubeginn eines dreigeschossigen Gebäudes mit gemischter Wohn- und Gewerbenutzung geplant. Dieses soll in einer ersten Phase für die Stadtbewohner bezahlbare 1- bis 5-Zimmer-Wohnungen für insgesamt 40 bis 50 Personen sowie Gewerberäume bieten.

Entwickelt wird das Projekt vom Architekturbüro Isa Stürm Urs Wolf SA, Bauherrin ist die lokal verwurzelte Grundeigentümerin Maria baut AG. Die Architektin Isa Stürm ist in den 1960er-Jahren an der Mariabergstrasse 19 aufgewachsen. Ihr Anliegen ist es, mit der Wohnüberbauung einen Beitrag an die Entwicklung des Quartiers zu leisten. Dieses grenzt direkt an den historischen Stadtkern und ist damit zentral gelegen. Die Rorschacher Bahnhöfe, der See sowie Gewerbe- und Kulturangebote sind in Gehdistanz erreichbar.

Die Fassade des Neubaus erinnert an Bienenhäuser und nimmt die Idee «Haus im Garten» wieder auf.

Die Fassade des Neubaus erinnert an Bienenhäuser und nimmt die Idee «Haus im Garten» wieder auf.

Die Mariabergstrasse 21 zwischen Mariaberg- (im Westen), Kirchstrasse (im Norden), Kolumbanskirche (im Osten) und Eisenbahnlinie (im Süden).

Die Mariabergstrasse 21 zwischen Mariaberg- (im Westen), Kirchstrasse (im Norden), Kolumbanskirche (im Osten) und Eisenbahnlinie (im Süden).

Fotografie des aktuellen Modells.

Fotografie des aktuellen Modells.

Geplant ist ein zweiteiliges Gebäude, dessen beide Flügel im rechten Winkel zueinanderstehen. So entsteht in Richtung Stadtzentrum ein innerstädtischer Hof. Das Quartier zwischen Mariabergstrasse, Kirchstrasse, Kolumbanskirche und Eisenbahnlinie ist von Gärten, Obstbäumen und dem Grünbiotopstreifen entlang der Bahngleise geprägt.

Diese Umgebung wird mit einer offenen Fassadengestaltung einbezogen. So sind auf jeder Seite des Gebäudes grosszügige, doppelgeschossige Terrassen vorgesehen. Diese sind besonders gegen Westen und Osten ausgeprägt treppenartig angelegt, wodurch sich das Haus zum Grünraum hin öffnet.

Die Terrassen im Querschnitt (Sicht von der Bahnlinie aus).

Die Terrassen im Querschnitt (Sicht von der Bahnlinie aus).

Die grundlegende Konzeptidee:«Haus im Garten» statt einen Garten um das Haus.

Die grundlegende Konzeptidee:«Haus im Garten» statt einen Garten um das Haus.

Der Neubau bezieht zudem bestehende Elemente sorgfältig mit ein: So wird die historische Gartenanlage der Mariabergstrasse 19 in das Erdgeschoss des Neubaus an der Nummer 21 integriert. Dazu gehört eine Spielwiese, ein Obstgarten, eine Gartenhalle sowie eine 1952 erbaute Laube mit Brunnen. Die Laube soll teilweise für kulturelle und öffentliche Veranstaltungen genutzt werden.

Die Gartenlaube wird zum festen Bestandteil des Neubaus (in der unteren linken Ecke des Gebäudes).

Die Gartenlaube wird zum festen Bestandteil des Neubaus (in der unteren linken Ecke des Gebäudes).

Die Gartenlaube wird später in das neue Gebäude integriert und dient als Ort für kulturelle und öffentliche Veranstaltungen.

Die Gartenlaube wird später in das neue Gebäude integriert und dient als Ort für kulturelle und öffentliche Veranstaltungen.

Südsicht der Gartenlaube.

Südsicht der Gartenlaube.

Ausschnitt aus dem Grundriss mit der Gartenlaube im Obstgarten des zukünftigen Areals.

Ausschnitt aus dem Grundriss mit der Gartenlaube im Obstgarten des zukünftigen Areals.

Die Gartenlaube wurde 1952 vom Rorschacher Architekturbüro Gaudy unter Beteiligung der Rorschacher Landschaftsarchitekten Klauser entworfen.

Die Gartenlaube wurde 1952 vom Rorschacher Architekturbüro Gaudy unter Beteiligung der Rorschacher Landschaftsarchitekten Klauser entworfen.

Stadtführung vom 28. August 2019, 18-20h

Die Mariabergstrasse und die Feldmühle sind zwei spannende Stadtgebiete in Rorschach. Sie haben sowohl die Stadt, ihre Bevölkerung wie auch die Geschichte der Region stark geprägt. An der Mariabergstrasse 21 ist aktuell die dreijährige Zwischennutzung 1000m2 eingezogen, in der Feldmühle findet bis und mit 27. September das Feldmühle Festival statt. Auch in naher Zukunft werden sich beiden Quartiere fundamental entwickeln: Die Maria baut AG setzt sich im ehemaligen Stürm-Areal für bezahlbares Wohnen ein, die Steiner Investment Foundation für urbane Lebensqualität auf dem ehemaligen Fabrikareal.

Gemeinsam mit Richard Lehner, Isa Stürm, Martin Klauser und der Agentur Alltag begeben wir uns auf eine Reise durch die Vergangenheit und bekommen die diversen Aspekte der momentanen und zukünftigen Entwicklungen dieser beiden Stadtgebiete – anhand von Plänen und Modellen – aufgezeigt.

Isa Stürm zeigt auf die prächtigen, damals für Rorschach sehr untypischen Gebäude an der "Italienerstrasse". Die Fassaden geben unter anderem Auskunft über die Besitzerinnen und Besitzer der Häuser. Die kolossalen Fassaden mit den ionischen Zierelementen weisen auf ihre italienische Herkunft wie auch ihren Wohlstand hin.

Isa Stürm zeigt auf die prächtigen, damals für Rorschach sehr untypischen Gebäude an der "Italienerstrasse". Die Fassaden geben unter anderem Auskunft über die Besitzerinnen und Besitzer der Häuser. Die kolossalen Fassaden mit den ionischen Zierelementen weisen auf ihre italienische Herkunft wie auch ihren Wohlstand hin.

Der Garten ist eine Manifestation der diversen Geschmäcker seiner Besitzerinnen und Besitzer, die ihn von Zeit zu Zeit nach ihrem Gusto bepflanzt und umgebaut haben. Martin Klauser zeigte uns auf, wo diese Manifestationen in den Gärten anzutreffen und wie sie einzuordnen sind. Hier steht er neben einem monumentalen Mammutbaum und erklärt die verschiedenen Überlebensstrategien des Baums, wenn es zu einem Waldbrand kommt.

Der Garten ist eine Manifestation der diversen Geschmäcker seiner Besitzerinnen und Besitzer, die ihn von Zeit zu Zeit nach ihrem Gusto bepflanzt und umgebaut haben. Martin Klauser zeigte uns auf, wo diese Manifestationen in den Gärten anzutreffen und wie sie einzuordnen sind. Hier steht er neben einem monumentalen Mammutbaum und erklärt die verschiedenen Überlebensstrategien des Baums, wenn es zu einem Waldbrand kommt.

Richard Lehner und der Rorschacher Kulturverein nebelfrei präsentieren "Kultur in der Feldmühle" vom 17. August bis 27. September 2019. Der Ausklang unserer Stadführung fand in ihrer Festival Lounge statt. Für seine Publikation "Feldmühle" hat sich Richard Lehner stark mit dem Fabrikareal und seine Geschichte beschäftigt. Die Feldmühle war Fluch und zugleich Segen für die Stadt Rorschach.

Richard Lehner und der Rorschacher Kulturverein nebelfrei präsentieren "Kultur in der Feldmühle" vom 17. August bis 27. September 2019. Der Ausklang unserer Stadführung fand in ihrer Festival Lounge statt. Für seine Publikation "Feldmühle" hat sich Richard Lehner stark mit dem Fabrikareal und seine Geschichte beschäftigt. Die Feldmühle war Fluch und zugleich Segen für die Stadt Rorschach.

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Maria baut Fassaden an der Mariabergstrasse 19.

Der untere Teil der Mariabergstrasse in Rorschach ist geprägt von prachtvollen Altbauten mit grosszügigen Gärten. Diese wurden vor über 200 Jahren von oberitalienischen Handelsleuten erbaut. Zu Wohlstand gekommen waren die Kaufleute mit dem Handel von Leinwand.

Die Mariabergstrasse (rechts im Bild) war auch bekannt als «Italienerstrasse».

Die Mariabergstrasse (rechts im Bild) war auch bekannt als «Italienerstrasse».

Für Rorschach ist die sogenannte «Italienerstrasse» historisch bedeutsam. Für die Pflege und den Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz setzt sich die Maria baut AG ein: Sie besitzt das um 1798 erstellte Gebäude an der Mariabergstrasse 19. Dessen Fassade wird ab 2019 umfassend saniert.

In schneereichen Wintern: Schlitteln vom Mariaberg bis über die Kirchstrasse hinaus.

In schneereichen Wintern: Schlitteln vom Mariaberg bis über die Kirchstrasse hinaus.

Das Haus zeigt klare Stilelemente der Bauepoche des Klassizismus – wie etwa kolossale Säulen mit ionischen Kapitellen und Mansardengiebel in drei Richtungen. Es hebt sich mit seiner zurückhaltenden Gestaltung jedoch ab von der prächtigen Barockfassade des Mutterhauses an der Mariabergstrasse 15 (Amtshaus) und der reicheren Wohnfassaden weiterer Italienerhäuser in der Nachbarschaft. Auch der Grundriss ist spartanisch: Entlang des Flurs sind mehrere, eher kleine Räume aufgereiht. Die Vermutung ist deshalb, dass die Mariabergstrasse 19 kein repräsentatives Wohnhaus, sondern ein Büro- und Lagergebäude, also ein Kontorhaus, war. Dafür spricht auch, dass zum Haus ein Gewölbekeller gehört, der dank spezieller Belüftungslöcher in den Wänden als Lagerraum für die Leinwände dienen konnte.

Handelskantor ca. 1798, Zeichnung Wasmuth Verlag, 1913.

Handelskantor ca. 1798, Zeichnung Wasmuth Verlag, 1913.

Grundriss Erdgeschoss ca. 1798, Zeichnung Wasmuth Verlag, 1913.

Grundriss Erdgeschoss ca. 1798, Zeichnung Wasmuth Verlag, 1913.

Farbkonzept Fassadenerneuerung 2018, SWA 2018.

Farbkonzept Fassadenerneuerung 2018, SWA 2018.

Wohnhaus Westfassade 2016, Foto SWA.

Wohnhaus Westfassade 2016, Foto SWA.

Während des 19. und 20. Jahrhunderts wurde das Gebäude in mehreren Umbauten zum Wohnhaus. Heute ist darin die Tagesklinik der Erwachsenenpsychiatrie Rorschach untergebracht.

Der Rorschacher Sitz der Psychiatrie St.Gallen Nord.

Der Rorschacher Sitz der Psychiatrie St.Gallen Nord.

Die Fassade der Mariabergstrasse 19 ist in einem schlechten Zustand: Der heutige Verputz lässt zu wenig Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk entweichen. In der Folge fault und bröckelt die Fassade. Die Herausforderung ist, einen luft- und feuchtigkeitsdurchlässigen, quasi «atmenden» Verputz zu entwickeln, der auch optisch zum historischen Gebäude passt.

Dafür arbeitet die Maria baut AG mit Handwerkern und Spezialisten der kantonalen Denkmalpflege sowie dem Winterthurer BWS Labor zusammen. Letzteres ist spezialisiert auf die Analyse von historischer Bausubstanz und die Entwicklung geeigneter Techniken zur Erneuerung von Altbauten. Bei der Mariabergstrasse 19 wird beispielsweise Sumpfkalk verwendet – ein Werkstoff, bei dessen Herstellung sehr alte Techniken zum Einsatz kommen.

Farbkonzept von 2019, Ostfassade Mariabergstrasse 19.

Farbkonzept von 2019, Ostfassade Mariabergstrasse 19.

Farbkonzept von 2019, Westfassade Mariabergstrasse 19.

Farbkonzept von 2019, Westfassade Mariabergstrasse 19.

Farbkonzept von 2019, Nordfassade Mariabergstrasse 19.

Farbkonzept von 2019, Nordfassade Mariabergstrasse 19.

Farbkonzept von 2019, Südfassade Mariabergstrasse 19.

Farbkonzept von 2019, Südfassade Mariabergstrasse 19.

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Maria baut Räume für die Zwischennutzung 1000m2.

Je offener die Idee und je grösser ihr Nutzen für Rorschach, desto tiefer die Miete: Unter diesem Motto läuft an der Mariabergstrasse 21 seit 2017 die vielseitige Zwischennutzung «1000m2». So viel Platz nämlich bietet das ehemalige Firmengebäude der Metallhandlung Stürm für raumfüllende Ideen. Das Projekt hat ein Kapitel des kreativen Austausches in der Geschichte der Mariabergstrasse 21 eröffnet.

Eingang der Mariabergstrasse 21 (Offenes Haus am 19. August 2017).

Eingang der Mariabergstrasse 21 (Offenes Haus am 19. August 2017).

Im Garten vor der Laube wurde Interessierte über das Zwischennutzungsprojekt informiert. (Offenes Haus 19. August 2017).

Im Garten vor der Laube wurde Interessierte über das Zwischennutzungsprojekt informiert. (Offenes Haus 19. August 2017).

Die Tische wurden mit Papiertüchern ausgelegt und animierten die Besucherinnen und Besucher, ihre Ideen für die Zwischennutzung niederzuschreiben (Offenes Haus am 19. August 2017).

Die Tische wurden mit Papiertüchern ausgelegt und animierten die Besucherinnen und Besucher, ihre Ideen für die Zwischennutzung niederzuschreiben (Offenes Haus am 19. August 2017).

Plakate am Bahnhof Rorschach.

Plakate am Bahnhof Rorschach.

Der Mietermix auf den 1000 Quadratmetern ist bunt. So fahren am Sonntagmorgen jeweils die Mitglieder des Vespaclubs Rorschach knatternd auf den Hof, wo früher Lieferwagen ihre Ware aufluden. In ihrer Garage halten die Vespafahrer Vereinstreffen ab und betreiben eine kleine Bar. Sie leben die italienische Kultur, die für Rorschach als Handels-, Arbeiter- und Einwandererstadt seit Jahrhunderten prägend war.

Bar im Vespa Club Rorschach. Passione Italiana schreiben sich die Mitglieder wahrlich auf die Flagge.

Bar im Vespa Club Rorschach. Passione Italiana schreiben sich die Mitglieder wahrlich auf die Flagge.

Wand im Vereinslokal des Vespa Clubs.

Wand im Vereinslokal des Vespa Clubs.

Neben der Vespa-Garage mietet der Verein LernEtwas mehrere Räume. In diesen wird jungen Flüchtlingen Deutsch beigebracht. In einer Werkstatt lernen sie zudem, wie man Holz bearbeitet, elektrische Anlagen installiert und Malerarbeiten ausführt. Ihre neuen Fähigkeiten wenden die Flüchtlinge in Praktika in der regionalen Baubranche an. Hinter LernEtwas stehen zwei Rorschacher Schreinermeister. 2018 wurde das ehrenamtliche Projekt mit dem St.Galler Integrationspreis ausgezeichnet.

Zudem arbeiten mehrere Kulturschaffende vor Ort an ihren Werken: Etwa der Fotograf und Holzskulpteur Patrick Peyrot oder der Maler und Bildhauer Patrick Benz, der in seinem Atelier kleine Konzerte veranstaltet. Einen offenen Zugang zu Kunst und Gestaltung bieten zwei Kreativateliers, in denen unter Anleitung gemalt und genäht wird. Daneben wirken Videojournalisten, Werbetechniker, Grafiker, Filmemacher, Lebensberaterinnen und Coaches, Yogalehrerinnen, ein Songwriter und Konzertveranstalter sowie eine Englischschule für Kinder und Jugendliche in der Mariabergstrasse 21. Die Zwischennutzerinnen und Zwischennutzer treffen sich auf der gemeinsamen Terrasse und an regelmässigen Besprechungen. Diese werden jeweils von der «Macherstube» – ebenfalls ein Mieter – einberufen. Die Macherstube ist ein Verein, der eigene Filme produziert und vorführt sowie multimediale Projekte umsetzt. Ausserdem sorgt er für die digitale Kommunikation der Zwischennutzer gegen innen und aussen: Der Verein bespielt die Social-Media-Kanäle von 1000m2 und unterhält den Internetzugang im Gebäude.

Künstler und Fotograf Patrick Peyrot im Garten (Offenes Haus 19. August 2017).

Künstler und Fotograf Patrick Peyrot im Garten (Offenes Haus 19. August 2017).

Die Bar Bühne Benz von Künstler und Musiker Patrick Benz.

Die Bar Bühne Benz von Künstler und Musiker Patrick Benz.

Foto- und Kunstausstellung im Estrich der Mariabergstrasse 21 (Tag der offenen Türen 22. Juni 2019).

Foto- und Kunstausstellung im Estrich der Mariabergstrasse 21 (Tag der offenen Türen 22. Juni 2019).

Wo viele verschiedenen Ideen an einem Ort zusammenkommen, entsteht eine besondere Energie: So sind bereits mehrere gemeinsame Projekte umgesetzt worden, bei denen sich die Mieter gegenseitig unterstützen und ergänzen. Durch diese Dynamik wird deutlich, was in einem offenen Quartier und in der Stadt möglich ist.

Noch sind wenige Räume frei – Ideen dafür können via 1000m2.ch eingereicht werden.

Artikel im St.Galler Tagblatt vom 20. Januar 2018.

Artikel im St.Galler Tagblatt vom 20. Januar 2018.

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Maria baut Gartenlauben für das Kulturleben Rorschach.

Etwas unscheinbar schmiegt sich an die Westfassade der Mariabergstrasse 21 eine Gartenlaube: Ein seitlich abgeschrägtes Dach, das auf einer vierkantigen Säule ruht, das Ganze ist an der Hauswand mit einer Scheibe als Windfang abgeschlossen. Der Anbau könnte ein einfacher Unterstand sein, doch die wuchernden Kletterpflanzen und ein Brunnen mit einem verzierten Auslaufrohr weisen darauf hin, dass dies ein Ort der Vertiefung und Entspannung ist.

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Die Gartenlaube wurde 1952 vom Rorschacher Architekturbüro Gaudy unter Beteiligung der Rorschacher Landschaftsarchitekten Klauser entworfen. Auf deren kunstvoll von Hand gezeichneten Visualisierungen sind sogar Details wie Sonnenblumen, Liegestühle und Korbsessel zu sehen. Der damalige Firmenpatron Carl Otto Stürm liess die Gartenlaube für seine Frau Barbara erbauen – dies als Aufwertung des Gartens, der durch Anbauten an die Geschäftsräume immer wieder verkleinert wurde.

Skizze des Rorschacher Architekturbüro Gaudy. Umsetzung durch die Landschaftsarchitekten Klauser, die aktuell in der dritten Generation an der Bauplanung beteiligt sind.

Skizze des Rorschacher Architekturbüro Gaudy. Umsetzung durch die Landschaftsarchitekten Klauser, die aktuell in der dritten Generation an der Bauplanung beteiligt sind.

Die Laube aus diversen Perspektiven (Skizzen des Architekturbüros Gaudy).

Die Laube aus diversen Perspektiven (Skizzen des Architekturbüros Gaudy).

Grundriss und Süd- sowie Westansicht der Laube aus dem Jahr 1950.

Grundriss und Süd- sowie Westansicht der Laube aus dem Jahr 1950.

Genehmigte Bau-Anzeige durch den Stadtamann aus dem Jahr 1920.

Genehmigte Bau-Anzeige durch den Stadtamann aus dem Jahr 1920.

Die Laube soll als Zeuge der Geschichte der Mariabergstrasse 21 in die Fassade des geplanten Neubaus integriert werden. Der Neubau wird sich mit seinen durch die treppenförmigen Terrassen offen gestalteten Fassaden auf die Gärten der direkten Umgebung beziehen. Die Gartenlaube ist ein historisches Detail, das sich in dieses Konzept des grossen «Gartenhauses» einfügt.

Bereits vor Beginn der Bauarbeiten wird die Laube aus ihrem vergessenen Dasein geholt: Sie soll für Rorschach ein Ort der Begegnung und Kultur werden. Vorgesehen sind kulturelle Anlässe im kleinen Rahmen, die sich teils ebenfalls auf das Thema des Gartens beziehen werden.

Für die späteren Bewohner des Neubaus an der Mariabergstrasse 21 kann die Gartenlaube zum Treffpunkt des gemeinschaftlichen Lebens und zum Ort des Austausches mit der Umgebung und dem Garten werden.

Besucherinnen und Besucher erhielten im Garten Informationen zum Zwischennutzungsprojekt.

Besucherinnen und Besucher erhielten im Garten Informationen zum Zwischennutzungsprojekt.

Unter der Laube wurde grilliert.

Unter der Laube wurde grilliert.